
Wer ist Felix Lechner?
Felix Lechner ist gebürtiger Münchner, Familienvater und seit über 15 Jahren bei der PGA of Germany. Offiziell ist er Head of Marketing, vermarktet den Verband nach innen und außen, entwickelt neue Vermarktungs- und Lizenzmodelle und betreut die langjährigen Partner des Verbandes. Dazu kommen die Themen Infrastruktur, Digitalisierung und, seit der DSGVO, der Datenschutz für die gesamte Unternehmensgruppe. Spannend für alle, die in die Branche wollen: Lechner kam selbst mit wenig Golferfahrung zur PGA. Die Leidenschaft, sagt er, ist wichtiger als das fertige Können, sie muss nur entstehen dürfen.
Was ist die PGA of Germany eigentlich?
Hier räumt Lechner mit einem verbreiteten Missverständnis auf. Fast jeder Amateur glaubt zu wissen, was die PGA ist und liegt damit fast immer daneben. Die PGA of Germany ist der Berufsverband der Golf-Professionals. Dazu zählen zwei Gruppen:
- Teaching Professionals (Golflehrer): Sie verdienen ihr Geld mit Unterricht. Sie bilden die klare Mehrheit.
- Playing Professionals: Sie verdienen ihr Geld über Turniere und Preisgelder. Sie dürfen in der Regel gar keinen Unterricht geben, weil ihnen dafür die Ausbildung fehlt.
Die PGA of Germany in Zahlen
- Knapp 2.000 Mitglieder, davon rund 80 % Golflehrer, etwa 12 % Assistenten und rund 7 % Playing Professionals.
- Gegründet 1927, ursprünglich als „Deutscher Golflehrerverband", erst später international zur Marke PGA angeglichen.
- Zweitgrößte PGA Europas (nach Großbritannien & Irland) und rund die sechstgrößte weltweit.
- Geschäftsstelle in München, rund 8 bis 12 feste Mitarbeitende, dazu ca. 25 Coaches im Lehrteam und sieben ehrenamtliche Vorstände.
Wichtig: Es gibt keine internationale PGA als Dachorganisation. Anders als im Fußball mit FIFA und UEFA ist jede Landes-PGA eigenständig. Die PGA of Germany ist also für Deutschland zuständig, aber niemandem untergeordnet. Sie versteht sich als Interessenvertretung, Dienstleister und Ausbilder und als Ergänzung zum Deutschen Golf Verband (DGV), bei dem die Amateure organisiert sind.
Darf ich auch ohne PGA Golf unterrichten?
Ja. Golflehrer ist in Deutschland kein staatlich geschützter Beruf wie Ski- oder Tennislehrer. Man darf also auch ohne PGA-Prüfung Unterricht gegen Geld geben. Der Haken: Sobald du mit Golf Geld verdienst, ist dein Amateurstatus weg, du darfst dann keine Amateurturniere mehr spielen. Strafbar ist das nicht, solange die steuerlichen Dinge stimmen. In der Praxis sind aber rund 1.600 voll ausgebildete Golflehrer bei der PGA organisiert, dazu wenige Hundert, die einer anderen anerkannten PGA angehören. Die Mitgliedschaft ist faktisch der Branchenstandard.
Wie werde ich Golf-Pro? Der Ausbildungsweg Schritt für Schritt
Das ist die Kernfrage und Lechner strukturiert sie klar. Anders als in vielen Lehrberufen lernst du das eigentliche Handwerk (das Golfspielen) nicht während der Ausbildung. Ein gewisses Spielniveau ist Voraussetzung, nicht Lernziel.
1. Der Pre-Course (Vorbereitungsjahr)
Die Ausbildung beginnt vorgelagert mit dem Pre-Course im Jahr vor dem eigentlichen Start. Er schließt mit der C-Trainer-Prüfung (Jugendtraining, angelehnt an den C-Trainer des DGV) und einem Eingangstest ab. Sinn dahinter: Die Teilnehmenden sind sehr unterschiedlich, manche 16, manche über 50, vom Realschulabschluss bis zum promovierten Arzt. Der Pre-Course bringt alle auf eine gemeinsame fachliche Basis. Einsteigen kannst du mit einer Stammvorgabe von 18,4.
2. Die Assistentenausbildung (1. Lehrjahr)
Für den Start in die eigentliche Ausbildung brauchst du Handicap 12,4. Das erste Jahr endet mit der PGA-Assistentenprüfung. Bestehst du, wirst du außerordentliches Mitglied und darfst als PGA-Assistent Jugend- und Einsteiger-Training geben. Wer auf dieser Stufe bleiben möchte, darf das, aber dann beschränkt auf Anfänger- und Jugendtraining.
3. Modulausbildung 2 und der volle Abschluss
Danach folgt über rund zwei Jahre die Modulausbildung 2 mit fortgeschrittenem Unterricht und einem sehr breiten Themenspektrum: Sportwissenschaft, kaufmännisches Wissen, sogar Greenkeeping und natürlich tiefere Schwungtechnik. Am Ende steht die Prüfung zum Fully Qualified PGA Golf Professional. Voraussetzung zum Antritt: Handicap 6,4, nachgewiesen in einem Playability-Test (Zählspiel, bei der PGA von den weißen Abschlägen). Wer selbst spielt, weiß, wie anspruchsvoll das ist, hier kommen wirklich gute Golferinnen und Golfer durch.
4. Weiterbildung bis zum Master Professional
Mit dem Abschluss ist nicht Schluss. „Stillstand ist Rückschritt", so das Credo. Über Graduierungsstufen kann man sich bis zum Master Professional der PGA of Germany weiterentwickeln, die höchste Qualifizierungsstufe. Pflicht ist das nicht, gelebt wird es trotzdem.
Gut zu wissen: Die Ausbildung gibt es berufsbegleitend und im dualen System auf einer Golfanlage, dazu Quereinstiegs-Möglichkeiten und Anrechnung von Inhalten, wenn du schon eine fachlich überschneidende Ausbildung hast. Wer also mitten im Leben steht, hat trotzdem realistische Wege.
Wie viele schaffen die Ausbildung?
Pro Jahr starten rund 50 bis 60 Auszubildende, am Ende kommen nach etwa drei Jahren 30 bis 40 als voll qualifizierte Pros heraus. Manche brechen ab, manche bleiben bewusst Assistent und ja, die Prüfung ist anspruchsvoll. Der Anspruch des Verbands: möglichst alle durchbringen, aber keine Abstriche bei der Qualität. Diese Qualität ist international anerkannt und über das ILS-Verfahren der europäischen Vereinigung zertifiziert.
Warum die Jobchancen als Golf-Pro so gut sind
Das ist der vielleicht wichtigste Punkt für Karriere-Interessierte. Der Verband rechnet vor: Jährlich erreichen rund 60 bis 70 Golflehrer das Alter von 65 und ziehen sich nach und nach zurück, nachkommen aber nur 30 bis 40. Unter dem Strich gehen also netto Jahr für Jahr Pros verloren. Bei rund 700 bis 750 Golfanlagen in Deutschland entsteht so eine spürbare Lücke.
Lechner bestätigt: Die Stellenbörse der PGA „kracht aus allen Nähten", viele Anlagen suchen und bekommen zu wenige oder nicht die passenden Bewerbungen. Gefragt sind zunehmend Pros, die nicht nur gut unterrichten, sondern auch akquise-, marketing- und verkaufsstark sind, das Berufsbild verändert sich.
Wir hätten mehr Bedarf an jungen Golflehrern, als wir ausbilden, der Markt sucht händeringend.
Was verdient ein Golf-Pro?
Das Gehalt hängt stark davon ab, ob du angestellt oder selbstständig bist, wo du arbeitest und welche Zusatzleistungen (Kurse, Clinics, Golfreisen) du anbietest. Die konkreten Spannen und Einflussfaktoren habe ich in einem eigenen Beitrag aufgeschlüsselt: Was verdient ein Golf-Pro / Golflehrer?
Häufige Fragen
Welches Handicap brauche ich, um Golf-Pro zu werden?
Gestaffelt: 18,4 für den Pre-Course, 12,4 für den Start der Assistentenausbildung und 6,4 für die Abschlussprüfung zum Fully Qualified PGA Golf Professional, Letzteres im Zählspiel nachgewiesen.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Golf-Pro?
Mit dem vorgelagerten Pre-Course rechnest du grob mit rund drei bis vier Jahren bis zum vollen Abschluss, je nach Weg und Vorqualifikation. Sie ist berufsbegleitend bzw. dual aufgebaut.
Kann ich auch als Quereinsteiger Golf-Pro werden?
Ja. Es gibt berufsbegleitende Wege, Quereinstiegs-Möglichkeiten und die Anrechnung passender Vorausbildungen. Wichtig bleibt die spielerische Hürde, Golf musst du auf gutem Niveau können.
Muss ich für den Golfunterricht zwingend in der PGA sein?
Rechtlich nein, denn Golflehrer ist kein geschützter Beruf. Praktisch ist die PGA-Mitgliedschaft aber der anerkannte Standard und sobald du mit Golf Geld verdienst, verlierst du deinen Amateurstatus.