Bei dieser Folge handelt es sich um ein Reupload einer Folge aus dem Jahr 2020. Aus technischen Gründen wurde die Folge nicht mehr an allen Podcastkanälen ausgespielt. Daher war ein neuer Upload notwendig, um die Folge auch weiterhin in der Hörerschaft zur Verfügung zu stellen. In der Folge werden spannende Themen besprochen und obwohl der eigentliche Inhalt bereits zwei Jahre her ist, lohnt sich das Reinhören auf jeden Fall.
Interviewpartner Felix Lechner hat inzwischen mehr Verantwortung übernommen und wurde in den Vorstand berufen. Neben vielen neuen Themen wie der PGA Business Division oder dem immer ausgereifteren Ausbildungsangebot der PGA gibt es viel Stoff für eine weitere Folge. Wenn ihr also daran interessiert seid, Felix auch noch ein weiteres Mal bei uns zu Gast zu haben, so lasst es mich gerne in der Kontaktfunktion oder in der Kommentarfunktion wissen. Deine Infos findest du im Anschluss in den Show Notes.
Herzlich willkommen beim Jobs und Golf Business Podcast. Heute begrüßen wir Felix Lechner von der PGA of Germany. Felix grüße dich. Hallo Mirco.
Ich freue mich sehr, dass ich da bin und dass ihr mich eingeladen habt, heute ein bisschen was zu erzählen. Wir freuen uns hier auch ganz doll, dass du mit dabei bist, dich heute dem Interview stellst und uns einfach mal so ein bisschen mit auf den Weg nimmst, was eigentlich die PGA of Germany so macht und wie wir in Deutschland aber auch es schaffen, eigentlich Golf Pro zu werden. Bevor wir jetzt auf das eigentliche Thema eingehen, stell dich doch mal ganz kurz vor, wer bist du eigentlich und was machst du so? Ja, ich bin Felix Lechner, ich bin 41 Jahre alt, ich bin glücklicher, dreifacher Familienvater, ich komme aus München, bin auch geborener Münchner, wohne mittlerweile im Fünfzehenland im schönen Pilsensee und bin seit 15 Jahren bei der PGA of Germany in Lohn und Brot.
Fünfzehn Jahre ist auf jeden Fall eine sehr lange Zeit, bevor wir jetzt aber auch gleich zu der nächsten Frage weitergehen, bei der du dich ein bisschen vorstellen darfst, kommt noch einmal die 60-Sekunden-Challenge, 60-Sekunden-Challenge ist das einzige, was ich dir am Vorfeld noch nicht zu diesem Interview verraten habe, denn du hast 60 Sekunden Zeit, um ein Wort von deiner Seite aus zu erklären bzw. das zu sagen, was dir zu diesem Wort als erstes einfällt. Dein Wort lautet Prüfungen und die Zeit läuft jetzt. Prüfungen ist ein absolut elementares Thema in unserem PGA of Germany Business, weil natürlich Prüfung gleichzeitig bedeutet, dass wir unsere Golflehrer zu Golflehrern ausbilden, die uns mit einer Prüfung abschließen, die dann in den Pulli Qualified PGA Golf Professionell mündet, der ja das Zentrum unseres ganzen Verbandswesens bildet und den wir am Schluss auch vermarkten, den wir unterstützen, den wir zur Beratung zur Seite stehen, von daher ist die Prüfung der Anfang des ganzen Themas PGA.
Wunderbar, damit sind wir auch gerade mal bei 40 Sekunden angekommen, also super in der Zeit geblieben und wir hüpfen jetzt gleich zu deinem Tätigkeitsfeld bei der PGA of Germany, was machst du da eigentlich und was ist deine Aufgabe? Ja, es gibt ja immer in den Unternehmen offizielle Titel, also ich bin offiziell Head of Marketing, also Leiter Marketing und damit erklärt sich eigentlich auch schon, was mein Kernbusiness ist. Ich vermarkte den Verband sowohl intern als auch extern, ich bin zuständig für die Vermarktung des Verbandes an sich, aber auch das Kreiieren neuer Vermarktungsstrategien, das Einführen von Lizenzmodellen, kleinerer Teil ist auch das ganze Thema Infrastruktur, also ich bin bei uns im Haus für die ganzen Themen Digitalisierung, Datenbanksysteme, IT, Website, von technischer Seite als Ansprechpartner tätig und am Ende auch noch für das ganze Thema Datenschutz, das seit 2018 sehr präsent ist, wir haben ja mehrere Firmen in unserer Group of Companies und für alle Firmen bin ich als Datenschutzbeauftragter auch noch tätig, das ist so die groben Kernpunkte meiner Aufgaben. Und Datenschutz hast du wahrscheinlich vor zwei Jahren so als Thema geerbt, weil ich glaube vorher vor der DSGVO war das Thema ja immer so ein bisschen mehr nebenbei, ist das zu deinem absoluten Lieblingsthema geworden oder was begeistert dich da tatsächlich ein bisschen mehr?
Ja, also tatsächlich ist es natürlich kein Lieblingsthema, das ist mir in den Schoße gefallen, weil man braucht natürlich wie das ganze Thema Datenschutz zum einen jemand, der ein grundsätzliches, ich will mal sagen juristisches Verständnis hat, weil natürlich viel mit Vertrag zu tun hat, was viel mit Gesetzestexten zu tun hat und ich will mal sagen, da habe ich so aus dem Studium heraus so eine kleine Leidenschaft entwickelt, mich mit diesem Thema juristisches Handwerkszeug auseinanderzusetzen, ohne wirklich Jurist zu sein, also soweit geht es nicht, aber ich habe da so ein bisschen ein Faible zu Verträgen, Vertragskonstellationen, sei es Marketingverträgen und eben aber auch dann den Datenschutzverträgen, habe mich dort in einigen Seminaren weitergebildet und fortgebildet und irgendwie ist das mir natürlich zugefallen, da ich eben quasi als Leiter Marketing auch so eine Schnittstelle zu den einzelnen Firmen bilde, hat das sicherlich ganz gut gepasst. Mein Lieblingsthema ist es nicht, das wird es auch nicht, weil es ist natürlich eine sehr trockene Materie und auch die Verfolgung ist relativ schwierig, es hat Gott sei Dank aber auch an Präsenz verloren, weil wenn die Hausaufgaben mal gemacht sind, dann hat man auch nicht mehr so wahnsinnig viel Arbeit damit und man muss ja ehrlicherweise sagen, dass in den letzten Monaten andere Themen präsent sind, aber auch schon direkt nach Einführung der DSGVO die Angst etwas falsch zu machen nachgelassen hat, weil die Kettenhunde dort draußen ja nicht so streng das alles verfolgen, als dass man Angst haben müsste, dass jetzt jeden Tag eine Kontrolle droht, also das heißt nicht, dass man deswegen nachlässt, aber das Thema hat natürlich an Präsenz verloren, wenn man mal alle Dinge sortiert hat, wenn man alle Formulare hat, ist es mittlerweile in den Alltag eingeflossen, dass die Rechte am Bild bei unseren Veranstaltungen, der Umgang mit den Daten unserer Mitglieder, die ja eigentlich unser größtes Gut sind, weil wir ja nichts produzieren, sondern eigentlich nur Daten besitzen und wenn man dort die Hausaufgaben gemacht hat, nimmt es keine große Präsenz mehr ein. Ja, da kann ich dir an sehr vielen Punkten tatsächlich zustimmen, als Betreiber der Jobs im Golf Business Webseite habe ich natürlich nicht ganz so große Kontaktpunkte zum Datenschutz wie du allerdings mehr als mir tatsächlich lieb sind, das ging schon mit diesen Datenschutz textlos, wo man auch erstmal gucken musste, wo bekommt man die eigentlich her, ging dann weiter über den richtigen Cookie Hinweise, gegen die natürlich auch immer kräftig abgemahnt wird von den Abmahnanwälten und hat uns jetzt zuletzt in der Corona-Zeit, obwohl das immer so ein bisschen untergegangen ist, weil eben Corona im Vordergrund stand, mit dem Privacy Shield auch wieder sehr verwirrt, weil spätestens seitdem war mir überhaupt nicht mehr bewusst, was jetzt richtig und was falsch ist, aber das soll heute gar nicht das Thema sein und bevor wir jetzt noch ein bisschen weiter auf deine eigentlichen Tätigkeiten eingehen, erkläre uns doch auch ganz gerne mal, was ist denn die PGA und ich habe ja auch schon die ganze Zeit gesagt, PGA auf Germany, wo ist denn da der Unterschied und was gibt es da alles? Ja, das ist ja schon eigentlich ein ganz wichtiger Punkt, weil wenn man den Amateurgolfer fragt, weißt du, was die PGA ist, ist die Antwort zu 99,9%, na klar weiß ich, was die PGA ist und bevor man dann nachfragt, wird einem meistens auch gleich erklärt, was sie denn damit meinen und was das tatsächlich bedeutet und da kann ich fast sagen, in mehr als 99,9% der Fälle trifft es dann nicht ganz die Wahrheit, weil natürlich die Begrifflichkeiten gar nicht so einfach sind.
Also was sind wir als PGA auf Germany? Wir sind der Berufsverband, der Golfprofessionell ist, das heißt, sowohl der Golflehrer, die ihr Geld durch Unterricht verdienen, als auch der Golfspieler, die durch Turnieraktivität ihr Geld verdienen und das ist ein wichtiger Unterschied, das kommt im Markt oft gar nicht so an, weil man natürlich immer davon ausgeht, na ja, es ist halt ein Professionell und der spielt halt, wenn er sehr gut Golfspiel turniere und vielleicht, wenn es nicht mehr so läuft oder parallel, verdient er das Geld mit Unterricht, das ist aber nicht der Fall, sondern im ganz im Gegenteil, ein Playing-Professionell darf in der Regel überhaupt gar keinen Unterricht geben, allein deswegen, weil er eben keine Ausbildung hat in diesem Bereich, der Playing-Professionell darf eben nur in unserem Verband sein, wenn er keinen Unterricht gibt. Es gibt ein paar Ausnahmen, Bernhard Langer ist sicherlich das bekannteste Beispiel, weil Bernhard Langer, bevor er Playing-Professionell geworden ist, die Ausbildung zum Golflehrer absolviert hat. Grundsätzlich sind wir eben ein Verband für Golflehrer und Playing-Professionells, wobei die Golflehrer die deutlich überwiegende Zahl bilden, also man merkt das so ein bisschen, wenn man in die Vergangenheit geht, unser ursprüngliche Name, als wir 1927 gegründet wurden, war der Deutsche Golflehrerverband, da kommen wir her und erst im Zuge einer internationalen Angleichung haben wir den Firmennamen PGA übernommen, diese drei Buchstaben, um eben dort als gemeinsame Marke weltweit aufzutreten, aber deutlich über 70 Prozent unserer Mitglieder sind eben Golflehrer.
Wir sind dort eine klassische Interessensvertretung, machen die Lobbyarbeit, wir verstehen uns da so ein bisschen als Schnittstelle zum Markt, als Dienstleister, wir sind zuständig für die Betreuung und die Ausbildung von Mitgliedern, wir veranstalten Fortbildungsveranstaltungen, wir organisieren Lehrgänge, wir haben natürlich auch die deutschen Meisterschaften und Turniere in unserem Portfolio und sind dort ein Gegenpol, will ich nicht sagen, das klingt so negativ, aber eben eine Ergänzung zum deutschen Golfverband, bei dem die Amateur-Golfspieler organisiert sind und durch diesen Amateur-Status, der nach wie vor existiert, ist es ja eben historisch bedingt nicht erlaubt, als Amateur durch sein Golfspiel Geld zu verdienen und um diese Lücke zu schließen, gibt es die PGA of Germany und das Germany sagt eben auch schon, wir sind zuständig für Deutschland, wir sind aber keine Unterorganisation, also es ist nicht so, wie man es vielleicht ein bisschen aus dem Fußball kennt, da gibt es eine FIFA und dann gibt es noch eine UEFA und in der UEFA sind dann die einzelnen Länder, also für Deutschland der DFB mit organisiert, das ist im Golf nicht so, es gibt also keine internationale PGA, sondern jede PGA ist komplett für sich eigenständig tätig. Es gibt in Europa oder es gab, muss man sagen, eine PGA of Europe, die ist mittlerweile, firmiert die unter dem Titel Confederation of Professional Golf, da hat eine Umbenennung gegeben von vor, ich glaube zwei Jahren, die ist aber auch kein Oberhaupt über den einzelnen Landes-PGAs, sondern die ist auch wiederum eine Interessenvertretung und versucht, die kleineren PGAs und die größeren PGAs zu vermitteln, die Wissen zu transferieren, uns international zu vertreten, Ausbildungsinhalte anzugleichen, die Ausbildung auch zu zertifizieren, um kleineren PGAs auch Möglichkeiten zu geben, sich eine adäquate Ausbildung anzueignen. International gesehen gibt es dann noch eine PGA World Alliance nennt sich das, das ist ein Zusammenschluss der größten PGA der Welt, da ist die PGA of Germany eben auch Bestandteil, weil wir aktuell die zweitgrößte PGA Europas sind, nach der PGA of Great Britain and Ireland und immerhin die sechs größte der Welt, also relativ gut und breit aufgestellt, komplett eigenständig mit mehreren Unterfirmen, die unter dem klassischen EV, unter dem wir als PGA of Germany EV-Firmieren ausgestattet und gehen so in den Markt. Ok, sehr spannend, ich habe mir da zwei Sachen tatsächlich noch mal mitgeschrieben, wo ich ein paar Fragen habe.
Du hast jetzt angesprochen die Teaching-Proms und die Playing-Proms und dass die Anzahl sich da auch so ein bisschen unterteilt, wenn wir jetzt mal auf ganz Deutschland schauen wie viele Golflehrer oder tatsächlich Playing-Proms haben wir da und wie viele davon sind auch bei euch Mitglied? Bei uns im Verband sind aktuell knapp 2000 Mitglieder organisiert, von diesen 2000 Mitgliedern sind ungefähr, das ist ein bisschen schwankend, aber es sind ungefähr 80% Golflehrer, dann sind noch 12% sogenannte Assistenten, das ist eine Zwischenstufe in unserer Ausbildung mit Auszubildenden, die eben gerade den Beruf erlernen und dann haben wir noch 7% Playing-Professionals, also wenn man das so grob formuliert, sprechen wir von 1500, 1600, 1700 Golflehrern, die voll ausgebildet sind. In ganz Deutschland wird es wahrscheinlich ungefähr noch 100 bis 150 Golflehrer geben, die nicht bei uns organisiert sind, also wir sind kein klassischer Monopolist, weil das liegt einfach daran, dass man als Golflehrer, wenn man als Golflehrer tätig ist oder durch Golfunterricht sein Geld verdient, in der Theorie nicht bei uns Mitglied sein muss, sondern man kann auch ohne Mitgliedschaft bei der PGA of Germany Golfunterricht geben, man muss nur seinen Amateurstatus abgeben. Das sind nicht viele, aber es gibt die, das sind oft welche, die die Prüfung nicht bestanden haben, die aber weiterhin im Golf tätig sind, aber auch, und das ist völlig okay, Mitglieder anderer PGA's.
Also man stelle sich vor, man hat die Ausbildung in England genossen, kommt nach Deutschland, gibt dort Golfunterricht und bleibt Mitglied in seiner Heimat PGA, dann ist es eine anerkannte PGA. Also es gibt anerkannte PGA's und nicht anerkannte PGA's, das liegt an der Ausbildungsqualität. Wenn ich eben einer anerkannten PGA angehöre, ist das für uns völlig in Ordnung, wenn der in Deutschland arbeitet. Wenn er nicht bei uns Mitglied ist, ist das auch in Ordnung, wenn es eine Golfanlage gibt, die ihn anstellt, dann ist das das gute Recht.
Aber so, dass wir insgesamt von ungefähr, sage ich mal, 1600 Golflehrern, die bei uns organisiert sind, sprechen und von ungefähr 150 Mitgliedern, die anderen PGA's angehören oder keiner PGA angehören. Das ist so die grobe Zahl, wobei das nicht heißt, dass all die genannten als Gesamtzahl im Golfmarkt als Golflehrer arbeiten. Sondern da kommen wir dann vielleicht auch noch drauf, die arbeiten in unterschiedlichen Berufsbildern und nicht immer auf der Range als klassischer Range-Professionell, der rein durch Golfunterricht sein Geld verdient. Okay, auf jeden Fall sehr spannend.
Da haben sich bei mir jetzt auch schon hier ein paar Fragen aufgetan. Aber die Frage, die ich gerade eben auch noch hatte und die ich jetzt sogar noch ein bisschen verstärkter hatte, was ist denn, wenn ein Amateur versucht, mit Golfunterricht Geld zu verdienen? Also meinetwegen, ich hätte noch eine alte Pferdekoppel, spiele einigermaßen gut Golf und will damit Geld verdienen und mache das einfach. Oder ein Golfclub stellt mich tatsächlich an, ohne meine Zertifikate an sich angeguckt zu haben.
Ist das dann illegal und verklagt mich dann jemand? Nein, das ist nicht illegal. Der Hintergrund ist, dass der Golflehrer kein staatlich anerkannt und geschützter Beruf ist, wie zum Beispiel der Skilehrer oder der Tennislehrer. Das ist auch so ein bisschen historisch bedingt.
Es gab doch in grauen Vorzeiten die Meinung, dass Golf nicht so der klassische Sport ist, wo eine Gefahr für Leib und Leben besteht, wenn man ihm falsch beibringt. Und deswegen wurde der nie staatlich anerkannt. Das ist meines Wissens so der Hintergrund und dementsprechend ist es erlaubt, auch als nicht geprüfter Golflehrer Golfunterricht zu erteilen. Was nicht erlaubt ist, ist, dass man weiterhin sich in dem Bereich des Golfamateurs bewegt, sprich Amateur-Golfturniere spielen darf.
Vorgabe wirksam als klassisches Mitglied eines Golfclubs. Das ist nicht mehr erlaubt und da kann es passieren, dass man "angeklagt" wird beim deutschen Golfverband, das dort mitgeteilt wird. Der Herr Mustermann gibt gegen Geld Unterricht, aber der hat doch letzte Woche als Sieger im Brutto unseren Monatsbecher gewonnen. Das geht doch nicht und dann wird der deutsche Golfverband ihm den Amateur-Status entziehen.
Aber das ist nicht mit einer Strafe oder sowas verbunden, sondern er darf halt dann keine Amateur-Turniere mehr spielen, darf aber normal Geld verdienen. Wenn er diese, sag ich mal, juristischen und steuerrechtlichen Themen abbildet, wenn er eben Geld verdient, dann ist das alles in Ordnung und ist nicht strafbar im klassischen Sinne. Okay, sehr schön. Das habe ich, glaube ich, verstanden.
Also es gibt den Unterschied zwischen den Amateur*innen und den Profis und wenn ich dann tatsächlich zu dem Wechsel der Geld verdient, dann war es das für mich mit den Amateur-Turnieren. Das kann ich mir relativ einfach merken. Kommen wir doch mal wieder zurück auf euch, die PGA, denn da interessiert mich jetzt ganz brennend, wie ihr eigentlich organisiert seid. Also wie viele Mitarbeiter habt ihr aber euren Standort hier in Deutschland?
Was machen die so und in welche Bereiche unterteilt sich das? Ja, wir haben in der Geschäftsstelle, unsere Geschäftsstelle sitzt in München, das war nicht immer so, die war auch schon in anderen Bereichen, in Augsburg oder vor lange Jahre jeweils an dem Büro des ehrenamtlich tätigen Präsidenten. Das war noch in den Zeiten, als die PGA noch deutlich kleiner war, nach der Wiedergründung nach dem Zweiten Weltkrieg. Seit jetzt mittlerweile 16 Jahren ist die PGA in München.
Wir haben dort aktuell, das ist auch immer ein bisschen schwankend, acht festangestellte Mitarbeiter, die direkt in der Geschäftsstelle sitzen. Wir haben dann noch zwei Teilzeitkräfte, die für unterschiedliche Themenbereiche zuständig sind in der Vermarktung. Wir haben natürlich auch noch sieben ehrenamtliche Vorstände, die natürlich ehrenamtlich tätig sind und nicht angestellt sind, aber darf man nicht vergessen, die leisten auch sehr viel Arbeit für den Verband und für die eigentlichen Verbandsgremien. Wir haben auch einen Aufsichtsrat bei der Aktiengesellschaft.
Wir haben rund 25 Coaches, die für uns als Lehrteam für die Ausbildung zuständig sind, die Ausbildung betreiben, die Seminare leiten, die Prüfungen abhalten. Dann eine externe Rechtsberatung mit einem Verbandsanwalt, der auch nicht bei uns angestellt ist, aber für uns zuständig ist, für die Mitgliederbetreuung und für alle rechtlichen Fragen. Und natürlich noch ein Turnierstuff, den wir auf Honorarbasis je nach Turniergröße und nach Turnieranzahl eben beschäftigen. Das ist so ungefähr die Größenordnung.
In wechselnden Jahren haben wir dann auch immer Auszubildende und Praktikanten und duale Studenten bei uns im Haus, je nach Themen, die anstehen, je nach Bedarf, der ansteht. Momentan sind wir dort aufgrund der Corona-Situation etwas zurückhaltender, aber wir hatten auch schon mal drei Auszubildende gleichzeitig. Wir hatten auch schon mal eine Firma mehr mit der ProGolf Tour, die bei uns im Haus saß. Da sind wir immer noch anteilseigen, aber sie sitzt nicht mehr bei uns im Haus und ist nicht mehr von uns operativ im Haus betrieben.
Deswegen sind wir auch dadurch weniger Leute hier in der Geschäftsstelle. Aber so in diesem Bereich 8 bis 12 Leute bewegt sich das, die fix hier in der Geschäftsstelle sind. Und dann war ja noch die Frage, was die so machen. Und das teilt sich eben klassisch in die Themenbereiche auf, die wir wirklich haben.
Wir haben Mitarbeiter, die sind zuständig für die Mitgliederbetreuung. Wir haben Mitarbeiter, die sind für die Aus- und die Fortbildung zuständig. Wir haben Mitarbeiter für Marketing und für Kommunikation. Dazu natürlich die Geschäftsführung.
Und ich sag mal, so bei uns ist jeder aufgrund der Firmengröße in der Lage, die ein oder andere Themengebiete von Kollegen auch mitzubenehmen und dort einzuspringen, wenn Not am Mann ist, wenn Urlauber anstehen. Das ist nicht ganz klar getrennt. Aber im Großen und Ganzen sind das die Themengebiete, die wir dort abbilden. Wir haben dann noch dieses Thema Turniere, das noch an einer Person hängt, die auch parallel noch in den Controlling-Bereich, Buchhaltung und Finanzen mit betreut.
Das ist es im Großen und Ganzen. Sehr spannend. Da sind auf jeden Fall viele Bereiche mit dabei. Und jetzt hast du ja auch schon gesagt, auszubildende Praktikanten und duale Studenten habt ihr auch hin und wieder.
Und das teilweise auch tatsächlich in sehr großer Zahl. Wenn einer der Zuhörer jetzt daran interessiert ist, meinetwegen ab 1. August 2021, wenn die Welt für uns alle hoffentlich wieder besser aussieht, bei euch anzufangen. Was muss der denn dafür können?
Also eine Leidenschaft für den Golfsport zu haben ist sicherlich sehr, sehr, sehr wichtig, weil alle, die aus dem Golf kommen und sich im Golf bewegen, wissen, dass dieser Golfmarkt sich schon ein wenig von den anderen, sage ich mal, in Deutschland weiter vorne stehenden Sportarten, wie zum Beispiel Fußball oder Handball unterscheidet. Also der Golfmarkt ist relativ speziell. Man kriegt nicht so viel mit in den Medien. Man liest nicht so viel, weshalb es schwieriger ist, sich die Fachkenntnisse anzueignen.
Wenn man diesen Spirit of the Games, so nennen wir das, wenn man den schon intus hat und eine gewisse Leidenschaft für Golf hat, ist es auf jeden Fall von Vorteil. Das ist kein Ausschlusskriterium. Ich habe auch bei der PGR angefangen und hatte sehr wenig bis gar keine Golferfahrung. Aber die Leidenschaft muss zumindest entstehen.
Wenn man sich selbst die Chance gibt, diesem wunderbaren Sport eine Chance zu geben und nicht gleich zu sagen, das ist kein Sport, das ist nichts für mich. Das ist schon mal sicherlich Grundvoraussetzung, dass wir das auch als Verband wirklich leben, auch die Mitarbeiter. Wir spielen mittlerweile eigentlich alle Golf und hatten schon Golferfahrung, treffen uns auch regelmäßig, machen auch eigenen Geschäftsstellenwettkampf jedes Jahr. Also wir beleben das als Sportverband, reden über Golf und deswegen ist da eine gewisse Leidenschaft auf jeden Fall nicht von Nachteil.
Ansonsten ist Engagement, Abwechslungsreichtum, keine Angst zu haben vor Kontakt mit Mitgliedern, weil nicht jeder Kontakt ist immer ein positiver, sondern natürlich gibt es auch kritische Themen, die man bearbeiten muss, wie das ganz normal ist in jedem Verein, wo man sehr vielen unterschiedlichen Strömungen gerecht werden muss. Wenn man davor nicht zurückschreckt, dann glaube ich, ist es durchaus sinnvoll, mal diesen Bereich Golf überhaupt, im Speziellen dann vielleicht auch die PGA ins Auge zu fassen. Es tut sich immer wieder was, wir suchen immer wieder Leute, gerade im Ausbildungsbereich, ich sage jetzt mal Marketing, Kommunikation, Büromanagement, Veranstaltungskaufmann. Die Themen sind immer wieder bei uns gefragt und es schadet nicht, dort auch mal vorstellig zu werden, wenn man vielleicht gerade so sich am Ende seiner Schullaufbahn bewegt und sagt, ach das könnte ich mir vorstellen als Start in die Golfkarriere, wäre das genauso eine Möglichkeit wie zum Beispiel auch als dualer Student zu diesem neuen Studiengang zum Golfmanagement, wo man vielleicht sagen kann, ich kann direkt im Verband dazu meine Erfahrungen sammeln, dann ist es durchaus denkbar, weil es muss sich halt ein Themengebiet ergeben, wo gerade Bedarf ist.
Das passiert auch immer wieder, Voraussagen kann man da aktuell natürlich wenig, aber Schaden tut es nicht und dann gerne auch sich an mich wenden, per E-Mail oder per Telefon. de finden und dann freuen wir uns auf jeden Fall, wenn man mal vielleicht eine Bewerbung kriegt und mal ein bisschen was zu lesen hat. Sehr schön, die Kontaktdaten nehmen wir auch alle in die Shownotes des Podcasts mit auf, das macht es den Zuhörern dann noch ein bisschen einfacher, den direkten Kontakt zu finden. Um hier jetzt mal ein paar mehr Beispiele zu kriegen, was es denn so für spannende Tätigkeiten in euren Arbeitsalltag gibt, erzähl uns doch mal so ein bisschen mehr über deinen persönlichen Arbeitsalltag, aber auch so über deine spannendsten Aufgaben, die du tatsächlich hast, weil wir beide sehen uns ja auch immer mal wieder verteilt über das Jahr, wenn wir bei Kongressen oder bei Messen sind und damit haben wir bestimmt auch schon einen sehr spannenden Aufgabenteil, aber erzähl uns hier doch gerne ein bisschen mehr.
Ja, also in meinem Fall, wenn ich für mich spreche, ist natürlich der Hauptaufgabenbestandteil und meine Kernaufgabe die Betreuung, die Pflege, die Akquise von Kooperationen und Partnern, von der Betreuung von Lizenznehmern, das ist so mein wirkliches Kernarbeitsgebiet, wo man sagt, ich bin, wenn man so möchte, mit dem Team, das da dazugehört, zuständig externe Finanzmittel zu akquirieren, um unsere Mitglieder noch besser betreuen zu können. Und da sind wir auch total dankbar, dass wir schon seit vielen, vielen Jahren dort ein sehr stabiles System haben, eine sehr große Loyalität unserer Partner, die mit uns zusammenarbeiten, die teilweise seit 25 Jahren bei uns Partner sind, sehr langfristige Kooperationen mit uns haben. Das macht es einerseits deswegen einfacher, weil man konstante Ansprechpartner hat, weil man sehr detailreich in die Kooperationen eingehen kann, weil man sehr viele Ansprechpartner hat, zu denen schon ein großes Vertrauensverhältnis besteht. Das ist vielleicht ein etwas anderes Arbeiten als direkt in einem klassischen Sponsoringbereich, wo Gelder für Werbebanden oder Ähnliches oder Kampagnen ausgegeben werden.
Bei uns sind es mehrjährige Kooperationen, wir nennen die Partner eben auch nicht Sponsoren, sondern es sind sogenannte Corporate Members, die eben behandelt werden wie Firmenmitgliedschaften und dementsprechend auch gegen ein Jahresgebühr ein Leistungspaket bekommen. Und dieses Leistungspaket umzusetzen, dieses Leistungspaket weiterzuentwickeln, zu betreuen, immer wieder auf die aktuelle Zeit und die aktuellen Gegebenheiten, Trends wie jetzt zum Beispiel Webinare, Digitalisierung anzupassen, das ist mein Kernaufgabengebiet. Dazu bin ich eben auch im Hause zuständig für dieses Thema Infrastruktur und Digitalisierung. Das ist bei uns auch ein wichtiges Thema, das sicherlich durch Corona noch beschleunigt wurde, dass wir viele viele Inhalte digitalisieren, Plattformen zur Verfügung stellen.
Also wir sind vor drei Jahren mit unserer neuen Webseite herausgekommen. Kann man sagen, na ja, eine Webseite kann ich jedes Jahr neu machen. In unserem Fall ist das schon ein sehr aufwändiges Projekt gewesen, weil dort ein eigener Mitgliederservicebereich entstanden ist, eine Jobbörse entstanden ist, eine direkte Kommunikationsschnittstelle zu unseren Datenbanksystemen. Wir machen mittlerweile einfach wahnsinnig viel in einer digitalen Welt, wo die Mitglieder, egal wo sie sind, Zugriff darauf haben, weil man darf ja auch nicht vergessen, dass unsere Mitglieder hauptsächlich im Freien arbeiten, teilweise mit wenig Zugang zu Büro, Möglichkeiten während des Tages, aber ein Smartphone oder ein Tablet hat jeder zur Hand, von daher müssen wir die Inhalte möglichst auch so aufbereiten, dass die dort erreicht werden können.
Diese Planung, diese Umstellung von dieser analogen Welt zur digitalen Welt nimmt auch mittlerweile eigentlich täglich einen größeren Bedarf bei mir an, um dort neue Projekte zu kreieren, neue Serviceleistungen für die Mitglieder zu kreieren. Und am Ende, und das ist tatsächlich etwas, was mir auch wahnsinnig viel Spaß macht und wo ich echt froh bin, dass das doch eigentlich noch jeden Tag möglich ist, ich telefoniere wahnsinnig gern mit Mitgliedern. Also wenn Mitglieder Fragen haben, gerade wenn es Probleme gibt, die vielleicht bei den ersten Ansprechpartnern im Sekretariat vorne nicht geklärt werden können oder wenn eben tiefergehende Fragen sind, politischer Natur, dann landet das meist bei mir und es macht mir wahnsinnig viel Spaß, mit Mitgliedern mich da auszutauschen und gerade wenn es kritische Gespräche sind, blühe ich ehrlich gesagt immer auf und versuche meine Leidenschaft für diesen Verband, für diesen Verein dort rüber zu bringen, die Mitglieder wieder zurückzuholen in dieses Stolzsein auf den Verband, Fragen zu klären, die Kritik aufzunehmen und an die richtige Stelle zu transportieren. Das klingt auf jeden Fall nach einem sehr spannenden Aufgabenbereich.
Ich habe mir jetzt schon wieder zwei Punkte aufgeschrieben, bei denen ich jetzt tatsächlich noch eine Frage dazu habe. Also mal angenommen, ich bin eine Marketing Agentur, die sich auf Golf Clubs und Golf Dienstleister spezialisiert hat und höre diesen Podcast und habe jetzt gerade gehört, ihr habt ein Leistungsangebot für Partner und daran kann ich natürlich interessiert sein, weil das bestimmt interessant ist, aber was ist denn das für ein Leistungsangebot, also wovon profitieren Partner bei euch? Also was wir haben sind eben Mitglieder, wir haben sogenannte Leads, wir haben Multiplikatoren mit unseren Golflehrern, die die zentrale Einheit möglichst auf einer Golfanlage bilden. Sie sind meist der erste Ansprechpartner, wenn Leute in den Golfsport kommen, wenn sie die ersten Berührungen mit dem Schläger und dem Golfball haben, wenn sie über die Schläger einkaufen, wenn sie irgendein Interesse an Golf zeigen, auch später dann über Unterricht oder über Mannschaftsspielen, über Siegerehrungen.
000 Golfern, die wir in Deutschland haben, ist genau das, was wir nutzen können. Wir vermarkten diesen Zugang zu unseren Mitgliedern, wir transportieren Botschaften, Leistungen, Informationen von Partner zu unseren Mitgliedern. Es ist keine klassische Imagewerbung, auch das gibt es und es gibt Unternehmen, die sich für sehr wichtig empfinden, unser Logo auf ihrem Produkt zu präsentieren oder auf ihren Unterlagen. Aber der hauptsächliche Bestandteil ist, eine Plattform zu bilden, Informationen an unsere Mitglieder weiterzugeben, um das Mitglied als zu gewinnen, das Produkt zu testen, das Produkt zu empfehlen, klassisches Empfehlungsmarketing.
Das ist sicherlich das, wo man sagen muss, das ist unser Kernbestandteil. Und wie bespielen wir das? Das ist dann das sogenannte Leistungspaket, eben über all diese digitalen Medien, Printmedien, die man so kennt. Da haben wir das ratlich neu erfunden.
Es geht natürlich über Newsletter, es geht über Website-Inhalte, es geht aber auch über Präsenzveranstaltungen, die du auch schon vorhin kurz angesprochen hast, mit uns zum Beispiel unserer Jahrestagung, der sogenannten Arbeitstagung, wo wir teilweise über 300 Menschen an einem Ort versammeln, um über das Thema Professional Golf zu sprechen. Das ist eine Mitgliederveranstaltung und sicherlich die größte dort, die es in Europa gibt. Und dort gibt es eine Harthausmesse. Auch dort können die Unternehmen dann direkt zu den Mitgliedern Kontakt aufnehmen und sich als Teil dieser ganzen PGA-Familie fühlen.
Natürlich haben wir auch Turnierausstellungsmöglichkeiten, Flyer, Zeitschriften, all diese Themen, die es auch woanders gibt. Was wir eben haben, ist einen exklusiven Zugang zu den Golflehrern und Playing Professionals. Durch den quasi monopolisten Status ist es natürlich so, wenn man an die Golflehrer ran will als Zielgruppe und die als Zielgruppe hat oder nutzen möchte, kommt man an uns ehrlich gesagt eigentlich nicht vorbei. Sehr schön.
Das heißt, jetzt für mich wäre ich der Marketingchef von Apple und will in Deutschland das neue iPhone 12 einführen, denn schicke ich über euch einfach als Partner, werde ich bei euch Partner und schicke damit ein super tolles Angebot für das neue iPhone raus und schwuppdiwupp habe ich überall in Deutschland ein hochpreisiges Publikum für mein neues iPhone. Gut, merke ich mir auf jeden Fall mal und gehen wir weiter zur nächsten Frage, denn wir haben jetzt schon sehr viel über die Golf-Pros und die PGA gesprochen, dass es sehr viele Golf-Pros gibt, aber bisher ist noch die Frage offen, wie werde ich denn eigentlich Golf-Pro? Du hast bereits von Ausbildung und Assistant gesprochen, doch kannst du das für uns mal ein bisschen durchstrukturieren? Was muss ich machen, wenn ich Golf-Pro werden will und damit Geld verdienen will?
Ja, also es ist nicht ganz so leicht, das in kurzen Worten zusammenzufassen, aber ich werde es auf jeden Fall versuchen. Also grundsätzlich ist es so, wenn man diese Leidenschaft zu dem Beruf des Golflehrers hat, wenn man mit Menschen zu tun haben will und wenn man Kontakt zu Menschen nicht scheut, an der frischen Luft gerne arbeiten will und eine pädagogische Neigung hat, dann ist man schon mal ganz gut aufgestellt. Die Voraussetzung, die man eben zum Golf auch noch hat und das ist schon mal die erste relativ große Hürde ist, ich muss Golf spielen können. Also ich erlerne das Golfspielen nicht während der Ausbildung, wie es ja in anderen Lehrberufen so üblich ist, dass ich eben das Handwerk eigentlich innerhalb der Ausbildung lerne.
Bei uns geht es nicht, weil wir alle wissen, dass nicht jeder das Talent hat, so ein richtig guter Golfspieler zu werden oder auch nicht den Willen, so viel Trainingsfleis dort zu investieren, um ein richtig Golfspieler zu werden und es ist einfach zeitaufwendig. Dementsprechend gibt es eine Grundvoraussetzung, das Golfspiel grundsätzlich gelernt zu haben. Dementsprechend startet die Ausbildung eigentlich schon vorgelagert mit dem sogenannten Pre-Course. Der Pre-Course findet in dem Jahr vor dem eigentlichen Ausbildungsstart statt und schließt mit der C-Trainerprüfung und einem sogenannten Eingangstest ab.
Der Inhalt dort ist eben die Inhalte eines Jugendtrainings, wie es klassisch der C-Trainer des Deutschen Golfverbandes beinhaltet, aber es soll vor allem auch die unterschiedlichen Zielgruppen, die wir haben, also bei uns kann man ja die Ausbildung machen ab 16 Jahre, aber wir haben auch viele, die sind teilweise 40, auch 50 oder noch älter, Regenerationen, die auch die Ausbildung starten. Manche kommen mit Realschulabschluss, manche kommen mit einem Studium, wir haben promovierte Ärzte, die die Ausbildung beginnen, damit wir die auf einen gemeinsamen Sprachduktus einigen, dass wir Voraussetzungen schaffen, dass die Ausbildung jeder gleich verfolgen kann und mitmachen kann, um keine unterschiedliche Sprache zu sprechen, gibt es eben diesen Pre-Course. Der schließt dann gegen Oktober, November ab, dann wenn ich den bestanden habe, kann ich in die eigentliche Ausbildung starten. Muss man noch sagen, wichtig ist, den Pre-Course kann ich beginnen mit der Stammvorgabe von 18,4, das klingt erstmal noch nicht so spektakulär und wird uns im Übrigen auch sehr oft vorgeworfen, dass man ja mittlerweile, um Golflehrer zu werden, nur noch ein Handicap von 18,4 braucht.
Das ist aber nur die halbe Wahrheit, weil ich darf zwar damit den Pre-Course besuchen und kann den T-Trainer machen, ich kann aber noch nicht in die Ausbildung starten. Um in die Ausbildung zu starten, brauche ich dann schon Handicap 12,4 für die Assistentenausbildung. Das ist quasi so etwas wie das erste Lehrjahr, schließt in der Modulausbildung 1 oder kurz vor der Modulausbildung 1 dann als PGA-Assistentenprüfung ab. Wenn ich die bestehe, kann ich Mitglied der PGA, außerordentliches Mitglied der PGA werden und habe so was wie eine Zwischenprüfung.
Mit diesem Titel, wenn man es so nennen will, mit dieser Berufsbezeichnung als PGA-Assistent, bin ich qualifiziert, Jugend- und Einsteiger-Training geben zu können. Und wenn ich mit der Ausbildung nicht weitermache, sondern zum Beispiel dann in dem Assistentenstatus bleiben möchte, dann kann ich das, kann aber nur in der PGA Germany im Verband weiter Mitglied bleiben, wenn ich mich tatsächlich auf dieses Thema Jugend- und Anfängertraining beschränke. Also anders ist es nicht erlaubt, weil das eben auch nicht gelernt hat. So, nach dem ersten Ausbildungslehrjahr mit bestandener Assistentenprüfung beginne ich dann mit der sogenannten Modulausbildung 2.
Dort werden dann zwei Jahre lang eben auch weitere Inhalte zu dem Thema fortgeschrittenen Unterricht beigebracht. Da geht aber auch ganz viele andere Themen sind damit drin. Es geht natürlich um Sportwissenschaft, es geht um kaufmännisches Wissen, es geht um Greenkeeping, es geht um natürlich auch tiefer gehende golfschwungtechnische Angelegenheiten des fortgeschrittenen Unterrichts. Aber es ist wirklich, wirklich sehr breit gefächert und endet dann in der Fully Qualified PGA Golf-Professionell Prüfung.
Das ist eben auch der Titel, den ich dann habe. Um überhaupt zu dieser Prüfung antreten zu können, muss ich dann allerdings ein Handicap von 6,4 haben und das auch in einem sogenannten Playability-Test nachweisen. Und das unterschätzt man dann eben auch. Also wirklich, um ausgebildeter, voll qualifizierter Golflehrer zu werden, reicht eben kein Handicap von 18, auch nicht von 12, sondern ich muss ein Handicap von 6,4 oder besser haben und muss das in einem Zählspiel auch nachweisen können.
Und wir alle wissen, wie schwierig es ist, dein Handicap im Zählspiel zu spielen und wenn ich dann auch noch auf die weißen Abschläge muss, was man bei uns muss, dann ergibt sich auch, dass man sich mit Handicap 6 schon relativ schwer tut, diese Prüfung zu bestehen. Also das sind dann schon wirklich alles ordentliche Golfspieler, die da durchkommen und die dann mit dem Fully Qualified PGA Golf-Professionell abschließen. Und ab dann endet es aber bei uns nicht, weil wir ganz klar der Meinung sind, dass Stillstand ist Rückschritt. Dementsprechend ist es wirklich toll, wie viel sich die Mitglieder in unserem Verband auch fortbilden und weiterbilden.
Das ist keine Pflicht, aber es wird gemacht. Da haben wir dann noch sogenannte Graduierungs-Stati, wo man nachweisen kann, wie fleißig man am Zeitgeschehen bleibt und die Entwicklungen mitnimmt, so dass ich theoretisch dann am Schluss als Master-Professionell der PGA auf Germany mit der höchsten Qualifizierungsstufe enden kann. Das ist so in groben Auszügen die Ausbildung wichtig, was man vielleicht noch dazu sagen soll. Es ist für jeden was dabei im Sinne von berufsbegleitender Ausbildung, Quereinstiegsmöglichkeiten, Anerkennung von bestimmten Inhalten, wenn man schon eine Ausbildung hat, die Themenüberschneidungen hat und eben auch die ganz normale reguläre Ausbildung als duales System auf einer Golfanlage, wo ich eben dann als Golflehrer arbeite und zu den Seminaren der PGA auf Germany gehe, um mich dort berufsschulmäßig weiterzubilden.
Das sind so die groben Auszüge aus der Ausbildung. Wir haben da auch wirklich alle Möglichkeiten bei Fragen hier das telefonisch oder auch über unsere Website zu beantworten. Für all die Themengebiete, die dort kommen können, sind wir gerne bereit auch ausführlich zu erklären, wie die einzelne Falllage desjenigen welchen ist, was er machen kann, ob er Quereinstiegsmöglichkeiten hat, ob er vielleicht unterbrechen kann, wann er über den Precourse macht und erst zwei Jahre später anfängt. Also gerne alle Fragen zu uns.
Es ist ein wahnsinnig spannendes Berufsfeld. Auf jeden Fall. Das Berufsfeld klingt sehr spannend und aber auch die Anforderungen an den Golf Pro, die klingen sehr anspruchsvoll. Und da frage ich mich jetzt tatsächlich, wie viele Pro's versuchen dann oder angehende Pro's versuchen diese Prüfungen jedes Jahr und wie viele schaffen es tatsächlich?
Da ist auch immer wieder mal eine Diskussion auch innerhalb der Verbandsgremien, weil wir haben circa 50 bis 60 Auszubildende aktuell jedes Jahr, die mit der Ausbildung beginnen. Hinten rauskommen dann am Ende des Tages nach drei Jahren so zwischen 30 und 40. Das liegt einerseits daran, dass manche abbrechen. Es liegt auch daran, dass manche im Assistentenstatus bleiben.
Aber es liegt eben auch daran, dass die Prüfung gar nicht so einfach ist. Das Credo unseres Vorstand war immer, wir wollen eigentlich alle durchbringen, aber wir wollen keine Zugeständnisse bei der Qualität machen, die dort rauskommt. Dementsprechend ist die Qualität unserer Ausbildung tatsächlich sehr, sehr hoch und auch international wirklich anerkannt. Wir haben auch die höchste Auszeichnung, das sogenannte ILS-Verfahren der CPG, der europäischen Vereinigung, die das überprüft und die das zertifiziert.
Dort sind wir tatsächlich schon viele Jahre an vorderster Front und stecken wahnsinnig viel Herzblut in diese Ausbildung. Deswegen ist es wirklich so, dass man sagen kann, ja, es ist schwer. Es kommen nicht alle durch, aber wir ermöglichen jedem irgendwie einen Weg zurückzufinden, wenn er bereit ist, die Inhalte einfach aufzunehmen und ja, vielleicht auch den einen oder anderen harten Weg des Lernens zu gehen, um dann am Schluss die Prüfung einfach zu bestehen. Aber wenn wir 30 bis 40 hinten rausbringen pro Jahr, dann ist das eine ganz gute Zahl, die wir durchschnittlich rausbringen.
Aber man muss auch sagen, eigentlich ist sie etwas zu gering. Wir hätten mehr Bedarf an Auszubildenden und auch die Golfanlagen haben mehr Bedarf an Golflehrern, an jungen Golflehrern. Und auch das ist eine sehr kritische Frage im Verband, weil durchaus natürlich es auch Meinungen gibt, dass wir eben gar nicht so viel ausbilden sollen, weil natürlich auch die Konkurrenzsituation steigt und weil natürlich auch regionsabhängig oder aus persönlicher Sicht oft man denkt, na ja, wenn wir jetzt weniger wären, wäre einfach der Konkurrenzdruck nicht so groß und man hätte keinen Überbedarf und der Unterricht nimmt insgesamt sowieso ab und es würde sich dann auf weniger Leute konzentrieren, die dann aber wirklich ein größeres Auskommen hätten. Das sehen wir als Verband ein bisschen anders.
Wir sehen ja, was so täglich passiert, welche Anfragen uns erreichen und wir sehen auch, was die Alterspyramide in unserem Verband macht. Also wir haben dort mal so eine kleine Untersuchung gemacht und statistische Auswertung gemacht, wie viele Golflehrer denn bei uns jedes Jahr jetzt in Zukunft hinten rausfallen und da kommt man ziemlich schnell auf eine Summe von 60 bis 70 Golflehrer, die das Alter von 65 erreichen. Wenn wir mal davon ausgehen, dass die dann auch sich Stück für Stück von dem Beruf zurückziehen und nicht mehr einen ganzen Tag auf der Range stehen und wir aber nur 30 nachbringen, dann haben wir quasi eine Nettozahl von knapp 30 bis 40 Professionals, die uns jedes Jahr verloren geht, was bei 700 Golfanlagen, wenn ich das mal grob sage, ja 750 Golfanlagen, schon in Richtung, weiß nicht, sechs, sieben Prozent geht, die wir jedes Jahr irgendwie den Bedarf nicht decken können. Irgendwann wird es natürlich dann unter Umständen dazu führen, dass wir nicht mehr den Markt bedienen können und das sollte natürlich nicht passieren.
Genau, das wäre jetzt tatsächlich auch meine nächste Frage gewesen, also wann immer ich in den letzten acht Jahren die Stellenbesetzung eines Golfprofessionals begleiten durfte, hat sich dieser Vorgang als C herausgestellt, sagen wir es einfach mal so. Also es hat immer ein bisschen länger gedauert, bis tatsächlich eine ideale Besetzung da war. Gibt es denn zurzeit schon Golfanlagen, die es gar nicht mehr schaffen, Golfpros einzustellen? Die es gar nicht schaffen, das ist mir jetzt nicht bekannt, dass sie sehr große Schwierigkeiten haben, das ist uns sehr wohl bekannt.
Jetzt ist ja gerade die Phase der, sage ich mal, Wechsel von Golflehrern, von Anlagen, die sich neu besetzen müssen oder die neuen Bedarf geschafft haben, wo vielleicht auch Ersatz herangebracht werden muss, weil Professionals in Rente gehen, weil Professionals den Club wechseln und unsere Stellenbörse kracht aus allen Nähten, um ehrlich zu sein. Und das ist, wenn man dann vergleicht, wie viele Stellengesuche sind geschalten, also Professionals, die ihre Leistung quasi anbieten und wie viele Golfanlagen nach einem Golflehrer suchen, dann ist die Zahl schon sehr, sehr hoch von Golfanlagen, die suchen, die uns dann auch telefonisch immer, immer wieder mitteilen, zu sagen, ich kriege keine Bewerbungen, ich kriege zu wenig Bewerbungen, ich kriege unter Umständen auch nicht die richtigen Bewerbungen. Wir hätten aber den Bedarf, das merken wir schon, und das wird jedes Jahr mehr. Was sich so ein bisschen herauskristallisiert, und das ist eben auch ein großer Punkt jetzt bei uns im Verband, dass unter Umständen das Profil, das die Golfanlagen suchen, nicht dem Profil entspricht, das die aktuelle Golflehrerschaft so komplett erfüllt oder in großer Zahl erfüllt.
Und das ist etwas, wo wir natürlich dauerhaft und immer dran sind, weil sich natürlich auch Strömungen in der Gesellschaft entwickeln, die eine Anpassung des Berufsfeld notwendig machen. So ist dieses Thema Akquise, Marketing, Präpräsentieren, Mitgliedergewinnung ein sehr, sehr großes für die Golfanlagen. Und das ist auch ein sinnvolles, weil natürlich der Golfprofessionell direkt an erster Stelle steht. Es gibt aber durchaus auch Golflehrer, die sich natürlich, so wie wir alle, nicht jeder kann jeden Bereich gleich gut abdecken.
Der eine hat seine Stärke im Marketing, der andere hat sie im Golfunterricht, der nächste in der Organisation. Und es ist wohl ein Bedarf nach akquisestarken, nach verkäuferisch-kaufmännisch tätigen Professionellen größer geworden. Und den können wir, so sieht es aus, aktuell nicht zu 100 Prozent bedienen. Die Ausbildung hat sich natürlich dort auch gewandelt und angepasst.
Und diese Inhalte sind verstärkt. Inhalt in unserer Ausbildung und auch in unserer Weiterbildung. Und wir sind dort dran und sind auch guten Mutes, dass wir dort diese Lücken füllen. Aber ja, zugegebenermaßen, es gibt Golfanlagen, die vor allem auch an nicht exponierter Stelle sich nicht so leicht tun, Professionells zu finden.
Weil die Professionells auch nicht mehr vielleicht ganz so flexibel sind, wie sie in früheren Jahren mal waren, wo Professionells durchaus drei-, vier-, fünfmal in ihrem Leben nicht nur den Golfplatz gewechselt haben, sondern auch wirklich Umzüge in ganz andere Bundesländer gemacht haben. Die Flexibilität hat ein bisschen nachgelassen. Und umso schwieriger ist es natürlich dann, einen ausgebildeten Professionell an seine Golfanlage zu bringen. Umso wichtiger ist es, dass die Golfanlagen sich ihren, ihre Fachleute selbst heranziehen und eben als Ausbildungsbetrieb schon früh anfangen, vielleicht in ihren Mannschaften, in ihren Jungs- und Mädchenmannschaften wirklich zu akquirieren und eine Lust darauf zu machen, wenn sie Golfspieler sind und eine Leidenschaft für Golf haben, vielleicht auf der Golfanlage eine Ausbildung zum Golflehrer anzufangen, um sich eben seinen Fachpersonal selbst heranzuziehen.
Der ist eben schon vor Ort, der hat schon die Kenntnisse, der kennt den Club. Und wenn man es dann schafft, dass er dort die Ausbildung macht und eigentlich seine ganzen Freunden, Verwandten, Bekannten, Eltern seiner Bekannten schon vor Ort sind als potenzielle Buche meines Golfunterrichts, dann ist das sicherlich die Ideallösung. Deswegen werben wir auch sehr stark dafür, eben dieses Thema Ausbildung voranzutreiben, um genau da dagegen zu arbeiten, zu sagen, ich finde denjenigen welchen nicht, den ich für meine spezifischen Dinge, die ich als Golfanlage bedienen will, bedient und dementsprechend muss ich sie halt dann eben ausbilden und dann kann ich mir den Formen, wie ich es brauche und wie ich es gerne hätte. Ich glaube, dass das wirklich ein ganz ganz ganz wichtiger Punkt ist und das könnte dafür sorgen, dass es in Zukunft ein bisschen weniger Schwierigkeiten gibt, sich dieses Personal zu akquirieren, indem man es eben einfach selbst ausbildet.
Okay, das klingt auf jeden Fall auch schon mal sehr interessant, um jetzt das noch ein bisschen vorstellungsfähiger zu machen. Wie sehen denn meine Karrierechancen als Golf Pro aus? Also ich habe mir vor diesem Gespräch mal ein paar Preislisten angeguckt von unterschiedlichen Golf Pros im Internet. Das kann man ja sehr gut einsehen und wenn ich im Sommer auf den Golfanlagen bin, dann stehen die auch den lieben langen Tag auf der Driving Range und schaffen es Unterricht zu geben.
Was kann ich denn da so als ein Jahresgehalt als Golf Pro verdienen bzw. kriege ich überhaupt Gehälter oder ist das provisionsabhängig oder bin ich selbstständig? Wie organisiere ich mich da als Golf Pro? Bevor ich auf die Frage näher eingehe, die gar nicht so leicht zu beantworten ist, will ich vielleicht noch sagen, weil das ist ein ganz wichtiger Teil.
Momentan rechnen natürlich viele, es gibt 2000 Mitglieder in Deutschland. Durch 700 Golfanlagen, das sind ja fast drei Golflehrer pro Golfanlage und erzählen dann eben auch die neun Lochanlagen und kleineren Anlagen mit dazu. Das ist natürlich nicht so, das muss man erst mal schon mal wissen. Von den 2000 Mitgliedern habe ich ja vorhin schon gesagt, das sind gar nicht alle Golflehrer und wenn ich die aktiven Golflehrer benenne, die wirklich noch ihren überwiegenden Teil mit Golfunterricht bestreiten, dann reden wir aktuell ungefähr von 1200 bis 1300 Mitgliedern, die wir haben, die tatsächlich mit Golfunterricht auf der Anlage noch ihr Geld verdienen.
Wenn ich jetzt auf die Frage eingehe, was verdient so ein Golflehrer, wenn wir jetzt von diesem professionell sprechen, der eben als hauptsächliche Tätigkeit Golfunterricht hat, dann ist es unglaublich diversifiziert. Das muss man wirklich sagen, das ist seriös so nicht zu beantworten, was einen erwartet. Es ist wahnsinnig standortabhängig. Es ist in der Nähe von Metropolen einfacher, hohe Stundensätze zu akquirieren, als das in ländlichen Regionen ist.
Es gibt ein Gefälle von so ein bisschen Nord-Ost nach Süd-West, Süden insgesamt, wo man sagt, okay, Nord-Osten ist es vielleicht nicht ganz so leicht, höhere Stundenlöhne ist auch abhängig natürlich. Wie gesagt, direkt an der Küste ist es auch wieder anders. Aber tendenziell ist das Unterrichtsaufkommen dort geringer und ist auch der Stundenlohn geringer. Aber, und das darf ich nicht vergessen, ich habe unter Umständen eine 12-Monats-Saison und das ist eben auch ganz wichtig zu wissen.
Davon hängt es sehr stark ab. Was mache ich denn im Winter? Wenn ich auf einer Golfanlage arbeite, die sehr im Süden ist oder in den Mittelgebirgen, dann habe ich einfach eine Saison, die teilweise um drei, vier, fünf Monate verkürzt ist, weil dort schlicht und ergreifend Schnee liegt. Und da kommt es dann drauf an, bin ich jemand, der gerne Golfreisen macht oder bin ich überhaupt nicht der Typ für Golfreisen, weil ich unter Umständen auch grad familiär eingespannt bin und nicht so viele Tage am Stück weg sein kann.
Oder ich mag einfach auch keine Flugzeuge und Hotels und Reisen. Also von diesen Dingen ist es sehr stark abhängig, weil ich eben dort vier Monate mein Geld verdiene. Dementsprechend ist auch die Struktur der Golfanlagen natürlich eine wahnsinnig unterschiedliche. Bin ich eine 9-Lochanlage im ländlichen Bereich versus eine 27-Lochanlage im Zentrum einer Großstadt.
Dieser Unterschied ist riesig natürlich dann auch in der Auswirkung auf den Golfprofessionell. Was wir mal gemacht haben, das ist schon eine gewisse Zeit her, aber wir haben mal versucht, so einen Durchschnittsprofessionell zu kreieren. 000 Euro im Schnitt. So groß ist aber auch die Spanne.
Dann darf ich nicht vergessen, dass ich hier meistens dann auch noch Steuern bezahlen muss, weil die meisten Professionells, und das war auch Teil der Frage, sind nach wie vor selbstständig. Ich beziehe kein Gehalt in der Regel oder der überwiegende Teil der Golfprofessionells heutzutage, der kriegt kein sogenanntes Fixum, das es früher eigentlich mehr oder weniger fast standardmäßig gab. Das gibt es nicht mehr, das hat auch mit dem Thema Scheinselbständigkeit ein bisschen zu tun. Aber im Gegenteil ist es sogar so, dass Golflehrer teilweise sowas wie eine Pacht bezahlen, Mattengeld nennt sich das im Golfmarkt, um die Übungsanlagen, die einem der Club zur Verfügung stellt, nutzen zu können.
Es gibt gerade so eine leichte Tendenz dazu, alle Professionells oder auch nur einzelne Professionells anzustellen, weil sich natürlich schon so ein bisschen ergeben hat, dass die Golfprofessionells durch ihre breite Ausbildung und wenn sie dann auch noch zusätzliche wirtschaftliche Kenntnisse haben, durch zum Beispiel ein Studium, wahnsinnig geeignet sind, auch in bestimmten Managementtätigkeitsbereichen des Clubs mitzuhelfen. Weil auch die Clubs haben ja dieses Fachkräftemangel, den es überall zu geben scheint und suchen geradezu ja nach Leuten, die eine Golfbegeisterung haben, die sich auskennen und die auch in diesen klassischen Clubmanagementaufgaben teil sind. Das passt dann ganz gut, wenn das Unterrichtsaufkommen ein bisschen weniger geworden ist oder auch die Leidenschaft dafür ein bisschen weniger geworden ist, kann ich mich in diesen Bereichen engagieren. Und das spricht dann vieles für eine Anstellung, der eben Teile als Festangestellter, als Fixgehalt bekommt und zusätzlich durch seine Unterrichtspartizipation dann noch das Gehalt aufstocken kann.
Das ist so eine Tendenz, die momentan so ein bisschen im Markt zu sehen ist und ja, das ist glaube ich auch ein Positiv und das ist auch aus Verband sich zu begrüßen, weil auch das muss man sagen, nicht jeder ist zum Selbstständigen gemacht. Auch da kommen wir wieder dahin, nicht jeder ist ein Selbstständiger, nicht jeder hat die Kenntnisse und das Know-how, das auch alles zu machen und auch nicht die Lust und auch vielleicht nicht, vielleicht auch ein Sicherheitsgedanken, der als Selbstständiger eben schwieriger ist als Angestellter. Deswegen gibt es eine leichte Tendenz in diese Richtung. Aber wie gesagt, es hängt stark davon ab, wo ich bin, wie lange meine Saison ist, ob ich das Thema Golfreisen mit auf meinem Portfolio habe, ob ich darüber hinaus auch andere Tätigkeitsbereiche im Golf abdecken kann.
Das Thema Golfreisen ist jetzt im Übrigen natürlich auch gerade die Herausforderung durch Corona, weil für die sehr starken oder für die Professionen, die sehr stark im Golfreisebereich tätig waren, ist natürlich eine sehr, sehr, sehr schwierige Situation aktuell ist und nicht mehr die gleichen Taxzahlen zu erreichen sind, die es vielleicht bis zum Ausbruch von Corona gab. Das ist sicherlich eine Herausforderung, wo vor allem die Professionen, die eben eine kurze Saison haben und die über Golfreisen diese Saisonsverluste auffangen, sich etwas Neues überlegen müssen. Genau, das ist so ganz grob mal der Abriss. Wenn man das dann jetzt eben vergleicht mit dem Durchschnittsgehalt von Angestellten in Deutschland, dann sind wir da sicherlich leicht über dem Schnitt, aber so explizit ist es eben nicht zu sagen.
Es hängt dann am Ende des Tages doch immer auch von einem selbst ab, wie man in dem Markt ist, wie man das angeht, wie gut man ist und wie fleißig man ist. Das ist wie in jedem Beruf. Da unterscheidet sich auch der Golflehrer nicht von anderen Bereichen. Okay, sehr schön.
Ich nehme also mal für mich mit, der Golf Pro hat ein Potenzial für ein relativ hohes Gehalt, aber es wäre für ihn auch sehr gut, wenn er zusätzliche Fähigkeiten im Vertrieb hätte, um dann eben auch genau dieses Potenzial zu wecken. Das habe ich mir jetzt so ein bisschen rausgehört, so ein bisschen mitgenommen. ", also was sind aktuelle Probleme und Herausforderungen bei dir, die dich eigentlich den ganzen Tag dran denken lassen. Probleme, Herausforderungen, die du mit ins Bett nimmst, mit denen du morgens als erstes wieder aufstehst, voran du andauernd denkst.
Was ist das so? ", wenn es um das berufliche geht, dann ist es ganz klar so, dass man sagen muss, unsere Herausforderung ist diese Strukturveränderung, die es in ganz Deutschland gibt, was Ausbildung und Berufsbildung angeht. Wir haben immer weniger Leute, die eine Ausbildung machen, immer mehr Leute, die eine akademische Laufbahn nehmen wollen. Man findet kaum Auszubildende und das ist tatsächlich einfach für uns jetzt als PGA wirklich eine Herausforderung, die Leidenschaft für diesen Beruf zu wecken.
Das ist vielleicht auch tendenziell entstandene negative Bild, dass ich als Golflehrer nicht mehr so gute Zukunftsaussichten habe zu ändern und wieder zu sagen, doch, aber wir müssen uns leicht verändern, wir müssen uns den Gegebenheiten anpassen. Und es ist gut so, wenn man eine Ausbildung macht. Auch das gibt eine Chance und verbaut einem ja auch keine Zukunft in akademischer Form. Wir haben ja mittlerweile da auch Kooperationen mit Hochschulen, um im Golfmanagement sich parallel zur PGA-Ausbildung gleichzeitig auch seinen Bachelor in Sportmanagement mit Branchenfokus Golf anzueignen.
Ohne Zeitverlust, da versuchen wir schon darauf zu reagieren, aber das ist tatsächlich eine gesellschaftliche Herausforderung, die Attraktivität eines Ausbildungsberufes wieder in den Mittelpunkt zu stellen. Und da sind wir eigentlich alle gefragt und das ist etwas, was uns wirklich tagtäglich beschäftigt. Wie können wir dieses Berufsbild so stärken, dass es an Attraktivität gewinnt dort zu bleiben, dort zu arbeiten, diesen Bedarf zu wecken und diese Leidenschaft an Golf nach außen zu transportieren. Weil am Ende des Tages ist es einfach der schönste Sport der Welt.
Okay, ja, kann ich auf jeden Fall dir beiflichten. Ich finde den Bereich der Ausbildung immer um einiges interessanter persönlich als den des Studiums. Beides hat so seine Vorteile, ist aber auf jeden Fall auch etwas, das auch andere Interviewpartner tatsächlich immer mal wieder benennen, dass das Potenzial in der Auszubildenden zurückgeht und dafür eher Menschen am Studium interessant sind. Ich sehe da Risiken, ich sehe da aber auch große Chancen.
Wir sind mit diesem Interview jetzt tatsächlich am Ende angekommen. An dieser Stelle mal ganz herzlichen Dank dafür, dass du dir die Zeit genommen hast. Das Interview hat mir sehr viel Spaß gemacht und die letzten Worte des Interviews gehören dir. Das heißt, die Abschlussworte dafür.
Bist du jetzt noch mal dran? Vielleicht hast du irgendein Appell, irgendein Tipp, den du jedem Zuhörer mit auf den Weg geben magst. Also allen Golfspielern dort draußen möchte ich mitgeben, nehmt es nicht so ernst, habt Spaß an diesem unglaublichen Sport, an denen, die diesen Golfball noch nicht am Pfleger hatten. Probiert es aus, gebt dem Sport und es ist ein Sport die Chance, lasst euch drauf ein und es wird ganz viele von euch wirklich erwischen und ihr werdet diesen diesen Sport lieben und ihr werdet euch dann euer ganzes Leben begleiten, weil es einer der wenigen Sportarten ist, die ich auch wirklich machen kann, bis ich ins Grab falle.
Das zeichnet uns aus und das macht vielleicht auch diese große Gemeinschaft der Golfspieler aus und die ist stetig wachsend. Auch jetzt, auch in Corona-Zeiten erleben wir dort einen großen Zuspruch und kann ich nur allen sagen, probiert es aus bzw. bleibt dran und habt Spaß dran. Keep the ball flying.
Vielen Dank für deine abschlussworte. Damit bleibt uns auch nur noch zu sagen, ganz herzlichen Dank fürs Zuhören. Vergesst nicht, den Podcast zu abonnieren. Die Kontaktdaten von Felix und der PGA, die findet ihr jetzt in den Show Notes und damit bis zum nächsten Mal.
Vielen Dank fürs Zuhören. Wenn dir die Folge gefallen hat, dann hinterlasse doch gerne eine Bewertung auf iTunes.
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